Ralf Grabuschnig
ralfgrabuschnig.bsky.social
Ralf Grabuschnig
@ralfgrabuschnig.bsky.social
Mit dem Blick in die Geschichte die Welt mit neuen Augen sehen. Podcast-Host von „Deja-vu Geschichte“ und Autor des Newsletters „Geschichtshappen“.

https://linktr.ee/ralfgrabuschnig
Was die aber sind und was am Ende vom "Pulverfass" übrig bleibt? Dafür muss ich dich leider dank BlueSky-Postlimit auf die Ausgabe des Newsletters verweisen. Du findest sie direkt hier (ohne Anmeldung lesbar): preview.mailerlite.io/preview/2323...
November 22, 2025 at 12:26 PM
Und Spoiler: Es war nicht uralter Hass. Stattdessen sprechen wir über eine komplizierte Mischung aus wirtschaftlichen, politischen und soziologischen Faktoren.

(24/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Währenddessen starben in tausende Menschen in Sarajevo und allein mehr als 8000 in Srebrenica.

WAS WIRKLICH PASSIERTE

Für die letzte Folge habe ich dann Marco von Des Pudels Kern in den Podcast eingeladen. Gemeinsam haben wir die echten Gründe für den Zerfall Jugoslawiens besprochen.

(23/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Das Buch wird zum Bestseller. Bill und Hillary Clinton lesen es und es trägt womöglich auch dazu bei, dass die USA sich lange aus dem Konflikt raushalten.

Weil: Wenn das alles nur irrationaler Hass ist ... was sollen wir Zivilisierte da unten schon groß ausrichten?

(22/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Wo Geschichte nicht chronologisch verläuft, sondern "springt und kreist". Wo jahrhundertealte ethnische Konflikte unter dem Kommunismus eingefroren wurden und jetzt wieder von neuem ausbrechen.

(21/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
"Geister des Balkan" des Journalisten Robert Kaplan. Er beschreibt den Balkan darin als einen Ort, der nie eine Aufklärung erlebt hat.

(20/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Es handelt sich um "Ancient Hatred". Der uralte Hass der Völker gegeneinander, gegen den man von außen nicht viel machen konnte.

Ein Buch spielte dabei eine besonders verhängnisvolle Rolle:

(19/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Die schnelle Erklärung vieler im Westen? "Typisch Balkan eben". "Die da unten sind einfach so". "Das Pulverfass ist mal wieder explodiert"

Und genau so schnell spricht sich eine Erklärung für den Krieg in Jugoslawien herum:

(18/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Dieses Bild war in Westeuropa spätestens um 1914 fertig gebacken und es sollte nicht mehr so einfach verschwinden ...

DIE NEUNZIGER UND EIN VERHÄNGNISVOLLES BUCH

Das zeigt sich besonders verheerend in den 1990ern, als Jugoslawien zerfällt und ein neuer Krieg auf dem Balkan ausbricht.

(17/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Und auf dem Balkan? Da sieht das ganz ähnlich aus. Aus diesem Raum wird ein "Other Within", wie die Anthropologin Milica Bakić-Hayden es nennt. Nicht ganz orientalisch, aber eben auch nicht so wirklich europäisch.

(16/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Der Literaturwissenschaftler Edward Said hat diese Form des westlichen Blicks auf den von ihm erforschten Orient treffend so beschrieben: Der Westen definiert sich selbst als aufgeklärt, rational und zivilisiert. Und er tut das, indem er den Orient eben als das genaue Gegenteil darstellt.

(15/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Diese Leute kamen nicht mit einem neutralen Blick auf den Balkan. Sie kamen mit ihren kolonial geprägten Augen und was sie sahen, war ein Raum, der anders war.

Archaisch. Rückständig. Gewalttätig. In einem Wort: Unzivilisiert.

(14/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Aber: Diese Idee kommt damals auch nicht einfach aus dem Nichts. Das negative Balkanbild im Westen hatte sich da bereits über Jahrzehnte entwickelt! Geprägt von westlichen Reisenden vor allem aus Großbritannien und Frankreich. Also aus den großen Kolonialreichen der Zeit.

(13/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
DIE ERFINDUNG DES PULVERFASSES

Genau da – um das Jahr 1914 – taucht dann auch erstmals gehäuft dieser Begriff auf: Pulverfass Balkan.

(12/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Sprachen, Religionen, Identitäten. All das verlief auf dem Balkan noch bis weit ins 19. Jahrhundert fließend, was Nationalisten auf allen Seiten freilich nicht davon abhielt, mit Gewalt Grenzen ziehen zu wollen. Ein Resultat? Die Balkankriege und die Ereignisse von 1914 in Sarajevo ...

(11/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Aufklärung, Modernisierung, Zentralisierung und nicht zuletzt ... Nationalisierung.

Nur: Diese Ideologie des Nationalismus – die passt hier eben nochmal weniger als anderswo.

(10/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Serbien erkämpft dann bis 1815 seine Autonomie vom Sultanat. Griechenland wird 1829 unabhängig und in der zweiten Jahrhunderthälfte folgen weitere Länder.

Was anderswo über Jahrzehnte oder Jahrhunderte passierte, wird am Balkan nun in wenigen Jahren nachgeholt:

(9/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
DAS JAHRHUNDERT DER NATIONEN

Im 19. Jahrhundert beginnt das Osmanische Reich nämlich langsam zu bröckeln. Der "Kranke Mann am Bosporus" verliert Krieg um Krieg und auf dem Balkan – da kommen neue Ideen an.

Vor allem natürlich eine: Der Nationalismus.

(8/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Während im Westen Renaissance, Humanismus und Aufklärung stattfinden, bleibt der Balkan im osmanischen Einfluss. Und diese Isolation? Die sollte später noch wichtig werden.

(7/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Der Balkan wurde zur Grenzregion und als 1354 dann Sultan Orhan I. über die Dardanellen übersetzte ... da zementierte er das. Für die nächsten fünfhundert Jahre würde die osmanische Herrschaft den Balkan vom Rest Europas abtrennen.

(6/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Und selbst als das Römische Reich die Halbinsel dann eroberte, blieb diese noch lange zentral. Die meisten römischen Kaiser kamen nicht zuletzt aus dem heutigen Serbien.

Erst dann folgte die Spaltung. Zuerst zwischen Ost- und Westrom. Dann zwischen orthodoxer und katholischer Kirche.

(5/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Wie wir aber auch gesehen haben, war das nicht immer so! In der Antike war der Balkan noch alles andere als Peripherie. Marathon, die Thermopylen, Athen, Sparta ... Alles Balkan!

(4/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM
Was für viele heute aber ein klares Merkmal des Balkans ist, ist die Tatsache, dass diese Länder alle irgendwie am Rand Europas stehen. Geografisch aber auch politisch und kulturell.

(3/25)
November 22, 2025 at 12:26 PM