Sebastian Erb
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Sebastian Erb
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Journalist – Süddeutsche Zeitung | sz.de/investigativ | Signal: SebastianErb.22 | Threema: 7D8P2XSV | [email protected] | Berlin
Vom zweiten Verhandlungstag (26.01.) hier ein Thread zur Einlassung des mutmaßlichen Rädelsführers:

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Prozess gegen die „Sächsischen Separatisten“: Heute hat sich der Hauptbeschuldigte Jörg Schimanek vor dem Oberlandesgericht Dresden eingelassen. Er bestreitet alle Vorwürfe der Anklage und macht dabei aus seiner politischen Gesinnung keinen Hehl: „Ich bin rechts und national.“ (Thread)
January 26, 2026 at 8:28 PM
Jörg Schimanek hat angekündigt, Fragen des Gerichts und der anderen Verfahrensbeteiligten zu beantworten. Dazu kommt es eventuell am Freitag, dem nächsten Verhandlungstag.
January 26, 2026 at 8:26 PM
Er wolle gerne wieder auswandern nach Polen, wo seine Verlobte herkommt, und eine Bindung zu seinem Kind aufbauen: Deutschland sage ihm „politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich“ nicht zu. „Ich möchte mit Deutschland nichts zu haben.“
January 26, 2026 at 8:26 PM
Das Häuserkampftraining im August 2024? Das habe der inzwischen als FBI-Informant bekannte US-Amerikaner angeboten. Da hätten er und anderer Angeklagter wegen geplanter Jobs im Sicherheitsgewerbe Interesse gehabt. Sie hätten andere eingeladen, „denn mit ein paar Leuten macht es auch mehr Spaß“.
January 26, 2026 at 8:26 PM
(Nach SZ-Recherchen soll sich die Gruppe zunächst unterschiedliche Namen gegeben haben. „Sächsische Separatisten“ soll ihnen v.a. wegen der NS-Abkürzung „SS“ gefallen haben. Jörg S. soll dann betont haben: Besser kein Name, denn Gruppen mit Namen könne man verbieten.)
January 26, 2026 at 8:26 PM
Der Name „Sächsische Separatisten“? Eine Gruppenbezeihnung habe es nie gegeben, schon gar nicht diese, deshalb könne es sich gar nicht um eine feste Gruppe handeln.
„Welche entschlossene Gruppe kennt den eigenen Namen nicht?“
January 26, 2026 at 8:26 PM
Seine politische Haltung zieht sich durch seinen Vortrag:
„Sippenhaft und Gesinnungspolizei“ hätten schon in der Schulzeit schon Auswirkungen auf ihn gehabt. Der Begriff „Corona-Diktatur“ sei ihm damals sehr passend vorgekommen.
January 26, 2026 at 8:26 PM
Die Abspaltungs-Ideen? Er bestreite nicht, dass er für einen „Sexit „sei, seit 2019.
Diese politische Idee habe aber zu keiner Zeit mit den Überlebenstrainings zu tun gehabt.
January 26, 2026 at 8:26 PM
(Was er nicht sagt: Dass er dort Fotos mit Waffen postete: Ein Widerspruch zu der Aussage, Survivaltrainings und Airsoftspiele hätten nichts miteinander zu tun gehabt.)
January 26, 2026 at 8:26 PM
Die Gruppe „770 Frens“ (in der der FBI-Informant war) habe er auf der Suche nach Survival-Inhalten gefunden und sich über Geopolitik und Geschichte ausgetaucht. Dort habe er Bilder von den Outdoortrainings geteilt.
January 26, 2026 at 8:26 PM
Die Beteiligung in den Online-Gruppen der National Socialist Brotherhood (NSB)?
Es sei ihm nur darum gegangen, um dort Militärausrüstung zu verkaufen. Ein Konzept der Gründung terroristischer Zellen sei ihm nicht bekannt. Keiner der anderen Beschuldigten habe davon etwas gewusst.
January 26, 2026 at 8:26 PM
Er habe die Idee eines „Ayrian State“ entwickelt, Bilder und Flaggendesigns entwickelt. Aber nur als „persönliches Gedankenspiel“, keiner habe etwas davon gewusst.
January 26, 2026 at 8:26 PM
Die Einbindung in rechtsextreme Online-Netzwerke? Er habe sich als „rechter Jugendlicher, der ich nun mal bin“, vom militanten Akzelerationismus angesprochen gefühlt und da sei es auch um einen „White Dschihad“ gegangen.
January 26, 2026 at 8:26 PM
Und die Kombination Taktiktraining mit Airsoft und scharf schießen auf dem Schießstand ergibt prinzipiell schon Sinn. Schimanek gibt auch zu, dass sich mit dem beginnenden Ukraine-Krieg sein Interesse mehr zum Militär verschoben habe.
January 26, 2026 at 8:26 PM
„Dieses Hobby hat nichts mit Wehrsport zu tun“, so Schimanek, denn Wehrsport könne nur mit echten Waffen betrieben werden. Was er weglässt: Er und andere Beschuldigte haben auch scharf schießen geübt.
January 26, 2026 at 8:26 PM
Die Beschaffung von Gasmasken und schusssichere Westen habe nur damit zu tun gehabt. Die „Spiele“ mit Airsoftwaffen seien unabhängig von den Überlebenstrainings gewesen. Hätte ihnen doch der Staat gesagt, dass das nicht ok ist, dann hätten sie damit aufgehört.
January 26, 2026 at 8:26 PM
Sie hätten dann die politischen Aktivitäten („Kameradschaft Brandis“) heruntergefahren und sich der Krisenvorsorge gewidmet, Vorräte angelegt und als Familie geplant, nach Österreich zu flüchten. Viele hätten mit „jugendlicher Abenteuerlust“ darauf geblickt.
January 26, 2026 at 8:26 PM
(In der zweiten Hälfte 2019 war die Corona-Pandemie in Deutschland noch gar kein Thema. Nach SZ-Infos fand bereits Anfang Dezember 2019 ein paramilitärisches Training statt. Die Anklage nennt als erstes Training Februar 2020. Schimaneks Vater hat in den 80er Jahren Wehrsportübungen angeleitet.)
January 26, 2026 at 8:26 PM
Und mit der sich verstärkenden Corona-Pandemie in der zweiten Hälfte 2019 (sic!) sei das Thema Katastrophenvorsorge in den Fokus gerückt. Da sich seine Eltern gerade getrennt hätten, sei er immer mehr in der Pflicht gewesen, für die Familie zu sorgen.
January 26, 2026 at 8:26 PM
Für die Dinge, auf denen der GBA die Terrorvorwürfe stützt, hat er eigene Erklärungen: Die paramilitärischen Trainings? Ein „gesteigertes Interesse an Freiluftaktivitäten“ seit der frühen Jugend gehabt. Auch Modellbau und militärische Themen hätten ihn interessiert.
January 26, 2026 at 8:26 PM
Das bedeute aber nicht, dass er einen Umsturz planen oder auch nur ins Auge fassen würde. Und: „Wir sitzen hier wegen unserer Ideologie in Haft, denn Terrorismus gibt es hier nicht“
January 26, 2026 at 8:26 PM
Hier ist mein Text über den Prozessauftakt gegen die „Sächsischen Separatisten“:
Prozess gegen "Sächsische Separatisten": Der totale Umsturz am "Tag X"
In Dresden stehen mutmaßliche Mitglieder der „Sächsischen Separatisten“ vor Gericht. Der Vorwurf: Rechtsterror. Viele Verteidiger sind aus der rechten Szene.
www.sueddeutsche.de
January 23, 2026 at 6:53 PM
Apropos Anwälte: Von den insgesamt 19 Verteidigern sind viele rechte Szeneanwälte, teils mit jahrzehntelangem Wirken, teils selbst rechtsextreme Akteure. Sie verbreiten im Saal auch Verschwörungserzählungen von einer durch Geheimdienste gesteuerten Justiz.
January 23, 2026 at 6:50 PM